Bürgerportal Butzbach

Nachhaltige Stadtentwicklung statt Autohof

Ein Beitrag von Achim Weimer, Butzbach, 23. Febr. 2011, als Antwort auf den Beitrag Der Autohof aus Sicht der FDP von Nobert Gonter

Herzlichen Dank für Ihre Antwort auf meinen Artikel zum Autohof Butzbach und die Darstellung Ihrer Sichtweise, die, wie Sie in Ihrer Überschrift aussagen, auch die der FDP ist.

Meinen Ansatz als philosophische Betrachtung einzuordnen wäre allerdings ein grobes Missverständnis und hieße, sich die Sache doch zu einfach zu machen. Es geht mir um konkrete Stadtpolitik auf der Basis von Zielvorstellungen, die auch das Bild der Stadt, wie sie zukünftig sein soll berücksichtigen.

Die städtischen Schulden sind horrend. Darauf ist, wenn ich richtig verstanden habe, ihre gesamte Argumentation aufgebaut, Herr Gonter. Ich verstehe ihre Sorge um die städtischen Schulden. Welches Bild aber von der Stadt haben Sie bei Ihren Lösungsansätzen vor Augen?

Sie schreiben, dass uns unsere Kinder wegen dieser Schulden irgendwann Vorwürfe machen werden. Werden Sie das nicht noch viel mehr und mit Recht machen, wenn wir das Stadtbild und den Charakter der Stadt irreversibel schädigen? Anstatt kreativer und sensibler über nachhaltige wirtschaftliche Konzepte für Butzbach nachgedacht zu haben?

Ihre Verdikte „nur so wird es funktionieren…., nur dann kann es gelingen“ scheinen mir daher zu vorschnell. Ich greife in gebotener Kürze nur wenige Stichworte Ihres Artikels heraus:

  • Sie argumentieren, ohne B3a könne es keine Industrieansiedlungen geben. – Die großen Logistiker bei Langgöns zum Beispiel haben sich auch ohne B3a und ohne Autohof angesiedelt.
  • Sie wünschen sich den Zuzug neuer Bürger? Diesen Wunsch teile ich gerne mit Ihnen. Aber wollen Sie das mit einem Autohof bewirken oder einer B3a? Der Anblick unserer Stadt vom Griedeler Waldrand aus, ist, wie Sie betonen, wunderschön. Das wäre mit einer B3a dann aber vorbei. Ist Ihnen das bewusst und würden Sie das in Kauf nehmen?

Es geht mir in keiner Weise um Polemik, nicht um persönliche Auseinandersetzungen oder parteiliche Politik.

Sie sehen aber, dass dies, was Sie als philosophische Betrachtung einordnen möchten, zu anderen Ansätzen für eine gesunde und erfolgreiche Weiterentwicklung der Stadt führt.

Ich stimme Herrn Schacht in seiner Antwort auf meine Stellungnahme darin zu, dass uns ohne tieferes Nachdenken über unsere Zielvorstellungen nur „planloser Aktionismus“ droht. Vielleicht passt hierzu auch der Artikel „modernes Stadtmanagement“ von Herrn Kaufmann an, den ich sehr bedenkenswert finde.

Ich danke Ihnen daher auch für Ihr Angebot, Herr Gonter, Gespräche zu führen. Dies entspricht dem Wunsch, den ich mit meinem Beitrag gegen einen Rasthof vor Augen hatte. Dazu schlage ich vor, ein erstes Treffen mit Ihnen und gegebenenfalls auch mit interessierten Bürgern und Politikern zu organisieren. Ich bin bereit, wie Sie zu Recht einfordern, dort auch konkrete Vorstellungen für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung der Stadt einzubringen. Eine einfache Patentlösung wird niemand erwarten.

Kommentare

  1.  
    Ich glaube nicht, dass jemand wie Herr Weimer das nötige Durchsetzungsvermögen hat, um hier erfolgreich gegen die B3a zu argumentieren. Vielmehr bedarf es hier einen Ur-Butzbacher, der mit beiden Beinen im Leben steht und nicht einen Lebenskünstler, der lediglich das Talent besitzt mit der Feder gut umzugehen. Glaubt ihr denn, die Politiker würden auf ihn hören? Wo sind hier die richtigen Butzbacher Bürger, die wirklich kämpfen wollen gegen den Bau der B3a? Jetzt steht endlich auf, bevor es zu spät ist. Tut es für eure Kinder. Ansonsten braucht keiner später zu jammern. Ihr Butzbacher hättet so viel Macht, wenn ihr zusammen halten und gemeinsam kämpfen würdet. Übergebt eure Macht doch nicht an irgendjemand, der euch am Ende doch nicht helfen kann. Ihr habt es in der Hand!

  2. Norbert Gonter meint:

    An Herrn Weimer: Kommen Sie doch morgen bitte zu unserem Infostand in der Weiseler Sraße,
    gegenüber Roßbrunnen/Post. Dann können wir mal über einen Termin reden.
    Freundliche Grüße
    Norbert Gonter

  3. Lorena Kißler meint:

    Fragen an Herrn Weimer:

    Sehr geehter Herr Weimer,

    um Ihre Argumentation besser verstehen zu können, bitte ich Sie, detaillierter zu beschreiben, warum wir das Stadtbild und den Charakter der Stadt (mit einem Autohof) irreversibel schädigen
    und eine B3a den Anblick unserer Stadt schädigen würde.

    • Achim Weimer meint:

      Sehr geehrte Frau Kißler!

      Ich danke Ihnen für Ihre Fragen und Ihren Beitrag.
      Es geht mir darum, das Nachdenken darüber zu fördern, wie unsere Stadt sich weiter entwickeln soll. Dazu gehört es meines Erachtens sich vorzustellen, wie sie in Zukunft aussehen soll (tatsächlich auch optisch) und welchen Charakter, welches Flair sie haben soll. Wie wollen wir unsere Stadt haben? Und dazu wiederum gehört dann auch die Frage, wie viel uns der Schutz der nahen Natur und ihre einfache Erreichbarkeit für die Bürger Wert ist (B3a).
      Es ist ein sehr großer Unterschied, ob man erst in ein Auto steigen muss, um für eine halbe Stunde in die Natur zu gelangen. Oder ob es möglich ist, dass Bürger (insbesondere auch die Kleineren) weiterhin einfachen Zugang zu Fuß haben.
      Kennen Sie den Griedeler Wald? Gehen Sie öfters von der Innenstadt durch die Felder dort hinauf? Das tun täglich viele Bürger. Wenn Sie diesen Weg einmal gehen, erübrigt sich vielleicht meine ganze Argumentation gegen eine B3a. – Natürlich schädigt eine B3a nicht das Stadtbild direkt. Und man könnte dann die Stadt – wegen des „Höhenunterschiedes“, wie wir belehrt wurden – natürlich von dort aus immer noch sehen. Nur, wer würde sie sich dann von dort oben noch anschauen wollen?
      Die Nordostseite Butzbachs wäre verloren. Ein irreversibler, nicht wieder gut zu machender Schaden an der Natur und am Charakter der Stadt.
      Ein zu hoher Preis, auch für die mögliche Ansiedlung eines weiteren Aldi. Und vielleicht auch ein Beweggrund für mögliche Neubürger nicht nach Butzbach zu ziehen?

      Falls ich Herrn Kaufmanns Artikel über „modernes Stadtmanagement“ richtig interpretiere, dann ist es das, worum es auch mir im Grunde geht:
      Uns jetzt die Mühe zu machen, unsere Vision von Butzbach klarer zu entwickeln, ganzheitlicher zu denken und von da aus Wege zu suchen und Entscheidungen zu treffen die Stadt und ihre Wirtschaft zu entwickeln. Mit Sensibilität. Ich bin sicher, dass Butzbach das Potential für eine gute und dabei Werte erhaltende Entwicklung hätte.

      Bei dem Autohof kommt es in der Tat auch auf den genauen Standort an, da stimme ich Ihnen zu. Am Nicolin-Gelände zum Beispiel würde ein Autohof den Zugang zu unserer Stadt, die sich wahrscheinlich weiterhin als „Perle der Wetterau“ bezeichnen möchte, zerstören. Zu anderen Standorten wünschte ich mir, dass in diesem Forum mehr Bürger Stellung beziehen, die dort im näheren Umfeld leben.
      Im Fall des Autohofs, ist es so, dass ich persönlich aus – auch unabhängig vom genauen Standort – gegen dieses Projekt. Weil ich den Bau weiterer Autohöfe (aus für mich guten Gründen) an sich für den falschen Weg halte. Und ich halte einen Autohof auch nicht für zum Charakter und zur gedeihlichen Zukunft Butzbachs passend. Dazu verweise ich auf meinen ersten Beitrag.

      Verzeihen Sie bitte die Länge meiner Antwort. Es ist mir wichtig, noch einmal deutlich zu machen, dass es mir nicht einfach um die Ablehnung von etwas geht, sondern darum Anstöße zu ganzheitlicherem Denken geben, zum Wohle der Stadt.
      Dazu noch ein Vorschlag: Sollten wir vielleicht einfach einmal eine erste Runde mit Interessierten organisieren, vielleicht mit Ihnen, Herrn Schacht, Frau Stahl und mit Herrn Gonter, in der wir mit mehr Ruhe Vorstellungen austauschen und konkrete Vorschläge weiter entwickeln?

      • Butzbacher Bürger meint:

        Vielen Dank Herr Weimer, dass Sie auch mal einen anderen Standpunkt hier aufzeigen! Ihre Argumente lassen sich hören. Ich bin mir aber noch nicht schlüssig, ob die etwaigen Vorteile eines solchen Autohofs die Nachteile nicht soweit überwiegen, dass die Nachteile in Kauf genommen werden können. Die Frage, die sich da stellt ist: Wohin will Butzbach streben? Was für eine Stadt soll Butzbach werden?

    • Lorena Kißler meint:

      Hallo Herr Weimer,

      vielen Dank für Ihren Beitrag, den ich absolut nicht zu lang empfinde. Dafür ist dieses Portal ja da, dass man seine Meinung – auch im Detail – sagen kann.
      Ich bin selbstverständlich gerne bereit, in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen und weiteren Teilnehmern das Für und Wider von Autohof oder B3a zu diskutieren. Wie bereits Herr Gonter schlage ich Ihnen dazu den Besuch unseres Wahlstandes an einem Samstag vormittag vor.
      Ich würde mich darüber freuen und wünschte mir, dass es (auch auf diesem Portal) noch mehr Butzbacher gäbe, die sich für ihre Stadt interessieren und ihre Sichtweise zu den anstehenden Entscheidungen abgeben. Schließlich möchten wir, dass Butzbach allen Butzbachern gefällt, so wie es ist bzw. so wie es einmal sein wird und wie wir es unseren Kindern hinterlassen werden.

      Mit freundlichen Grüßen
      Lorena Kißler

  4. Norbert Gonter meint:

    An Herrn Weimer: Zum besseren Verständnis für den Standort des angestrebten Autohofes
    empfehle ich die Lektüre meines entspr. Kommentars. Sie werden erkennen, daß er das Stadtbild in keiner Weise berührt.
    Langgöns liegt direkt an der A 45 und der A 485; wir sind ohne B 3 a bez. IG Nord zu weit weg von den
    großen Fernstraßen, wie uns schon ALDI seinerzeit erklärte. Deshalb bleibt derzeit nur die
    Entwicklung entlang der A 5.
    ZuZug neuer Bürger bekommen wir nur mit neuen Arbeitsplätzen, interessanten Baugebieten
    und mit guter Infrastruktur; nicht aber mit der höchsten Verschuldung, den höchsten kommunalen
    Steuern und Gebühren !!!
    Schön und schön gelegen ist unsere Stadt ohnehin; aber mit diesem Pfund müssen wir wuchern
    und entspr. Stadtmarketing betreiben, sowohl für Gewerbeansiedlung als auch für „Wohnbürger“.
    Übrigens werden Sie den Blick auf unsere Stadt vom Griedeler Wald auch dann noch haben,
    wenn dort einmal die B 3 a verliefe: Der Höhenunterschied machts möglich !
    Auf Ihre Vorstellungen für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung bin ich sehr gespannt.
    Gespräche sind immer gut, aber wo, wie und wann und in welchem Rahmen ?
    Ich bin auch für eine neutral moderierte Podiumsdiskussion; aber die BZ will keine veranstalten.

    • Achim Weimer meint:

      Sehr geehrter Herr Gonter,

      leider gewinne ich nun den Eindruck, dass Sie mit Schnellschussargumentationen ein wirkliches Nachdenken gar nicht erst zulassen wollen. – Meinen Sie, was „Aldi uns erklärt“ muss in jedem Fall das Beste oder Richtigste für unsere Stadt bedeuten? Und dass ein Autohof unser Stadtbild nicht beeinträchtigt, das mag Ihr Empfinden sein. Meines ist es nicht. Vielleicht würden Sie erkennen, was ich meine, wenn Sie doch einmal in Ruhe von oben auf unsere Stadt schauen würden? Ich erspare mir jetzt eine Polemische Antwort auf Ihren „Höhenunterschied“.

      Wie wir neue Bürger in die Stadt bekommen, darüber hätte ich gerne mit Ihnen diskutiert. Aber da Sie es schon genau wissen, sehe ich doch etwas ernüchterter auf diesen angedachten Austausch. – Auch Gespräche sind nicht unbedingt immer gut wie Sie sagen: Wenn eine gewisse Ernsthaftigkeit des Bemühens im gegenseitigen Verstehen nicht vorhanden ist, ergeben sie eher wenig Sinn. Und was die BZ veranstalten will oder nicht, ist mir nicht bekannt. Mir hatte an dem Beginn eines Gespräches gelegen (nicht an einem Schlagabtausch, nicht an Luftkämpfen mit fertigen Argumenten, nicht an Besserwissen). Wir können immer noch gerne ins Gespräch kommen, zunächst auch unter 4 Augen, wenn Sie das vorziehen. Falls Sie doch noch eine echte Bereitschaft und Offenheit dazu in sich finden.

      Achim Weimer

  5. Achim H. Kaufmann meint:

    Was wir mit diesen beiden gegensätzlichen Positionen sehen, ist gelebte Bürgerbeteiligung, so wie sie in diesem Portal angestrebt wird. Ich danke Herrn Weimer für seinen Mut, seine Meinung öffentlich kundzutun. Auch Politiker direkt anzusprechen ist äußerst wichtig, nur so kann man deren Beweggründe erfahren und hinterfragen.

    Wir brauchen Politik zum Anfassen und keine „Hinterzimmer-Mauscheleien“! Nur dann können auch unliebsame Entscheidungen von allen getragen werden. Und gibt es denn überhaupt noch eine politische Entscheidung, die nicht auch Nachteile und folglich Gegner hat.

    Ich wünsche mir viel mehr Leute, die Zivilcourage haben und auch zu dem stehen, was sie vertreten. Und das natürlich insbesondere aus den Parteien.

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